Commerzbank-Umweltpraktikum

Dienstagmorgen, Ende Februar

Foto: Philipp Gräf

Es ist mein zweiter Arbeitstag.  Ich mache mich von meinem Zuhause in der thüringischen Rhön auf den Weg in die hessische Rhön. Hier werde ich im nächsten halben Jahr Einblicke in die Aufgaben eines Biosphärenreservates bekommen, verschiedene Maßnahmen und Strategien zum Schutze der Biodiversität kennenlernen, in Projekten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung mitarbeiten, und in den Arbeitsbereichen Monitoring und Forschung mitwirken.           

In den  restlichen Teilen Deutschlands ist schon schönstes Frühlingswetter, doch hier oben auf der Wasserkuppe, auf der sich die Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates der hessischen Rhön befindet,  hat es gestern nochmal etwa 30cm Neuschnee gegeben.  Allerdings lässt man sich natürlich von so etwas auch nicht gleich einschüchtern, deswegen hatte ich für alle Notfälle schon die Schneeketten ins Auto gepackt. Und nicht nur das, warum soll man denn aus so einem Wetter nicht das Beste machen? Also habe ich auch gestern früh noch schnell das Snowboard für alle Fälle ins Auto geworfen, und bin nach Feierabend hier gleich noch einmal anderthalb Stunden auf die Piste, denn mein Arbeitsplatz auf der Wasserkuppe liegt direkt an 4 Skiliften.
Heute ist trotz des vielen Schnees auch wunderschöner Sonnenschein, dabei verwandelt sich die Rhön in ein richtiges Winterwunderland. Mein Arbeitstag beginnt mit einem Kaffee und einer Menge Informationsmaterial zum Rotmilan. Hier werde ich mich in der nächsten Zeit noch stark reinarbeiten, da ich voraussichtlich in dem „Rotmilanprojekt – Rhön“ selbst aktiv mitwirken werden.

Doch heute muss dieses Projekt mal etwas kürzer treten, denn eigentlich steht etwas ganz anderes auf dem Plan. Ich verbringe meinen restlichen Vormittag damit, mich in das „Regionale Entwicklungskonzept des Lebensraumes Rhön von 2014 – 2020“ einzuarbeiten. Denn ich fahre heute noch mit nach Wiesbaden in das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dort treffe ich auf die hessische Umweltministerin Priska Hinz, sowie verschiedene Vertreter der Gebiete, denen ebenfalls ein Bewilligungsbescheid zur Förderung durch das Programm „LEADER“ zugesagt wurde. „LEADER“ ist ein europäisches Förderprogramm, welches einen methodischen Ansatz zur Regionalentwicklung zum Ziel hat. Dabei wird es lokalen Gruppen ermöglicht, regionale Prozesse mitzugestalten und so erheblich zur Entwicklung des Gebietes beizutragen.

Das Biosphärenreservat Rhön selbst will sich hierbei verstärkt vor allem um drei Leuchtturmprojekte kümmern: Den Sternenpark Rhön, den Schutz und die Entwicklung des Berg-Grünlandes sowie auch die Bewältigung des demografischen Wandels.

Angekommen im Umweltministerium, eröffnet Ministerin Hinz die Veranstaltung. Nach kurzen Vorträgen von verschiedenen Regionalmanagern zur vergangenen Periode und den Erwartungen auf die kommende Periode samt Dankesreden, kommt es zur feierlichen Überreichung der Bescheide. Alles in allem geht es ganz flott.  Für die Gäste ist danach noch ausgiebig für Kaffee und Kuchen gesorgt. So schnell lernt man also mal eben die hessische Umweltministerin an seinem zweiten Arbeitstag kennen und fährt dann ganz gemütlich mit einem Bewilligungsbescheid über 2,1 Millionen Euro wieder nach Hause.

Ein schöner Tag geht zu Ende, und ich blicke erwartungsvoll und voller Vorfreude in die kommenden Monate!

Philipp Gräf, Umweltpraktikant 2015 im Biosphärenreservat Rhön, Hessen