Commerzbank-Umweltpraktikum

Die Wildkatzenrallye in Hütscheroda

Foto: Thomas Stephan

"Wuuuup!"
Es schallt - eher aus Versehen - das Martinshorn aus dem Megafon und auf einmal ist es still. Heute ist Wildkatzenrallye in Hütscheroda und eine komplette Grundschule, bestehend aus über 100 Kindern plus Lehrer und Betreuer, sind soeben aus den Bussen auf den Parkplatz und somit auf den Vorplatz zum Informationszentrum des Wildkatzengeheges geschwemmt worden. Laut schnatternd kam die Meute näher und reihte sich um uns vier Betreuer.
Alexandra Schubert, eine Kollegin aus dem BUND, hat nun endlich den richtigen Knopf gefunden und spricht durch das Megafon in die Menge, als alle nach dem schrillen Ton zusammenzucken und nun mehr oder weniger aufmerksam zuhören:" Herzlich Willkommen zur Wildkatzenrallye! Wir haben für euch ein paar Stationen vorbereitet, die ihr entweder allein oder mit unserer Hilfe bearbeiten werdet!" Wir, also neben Alexandra noch ihr Praktikant Alex, meine Kollegin Sophie und ich nicken nacheinander in die Runde, als Alexandra uns vorstellt.
Rund um den Wildkatzenpfad wurden insgesamt 12 Stationen aufgebaut. Die Kinder werden in Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe erhält einen Laufbogen, auf dem zu jeder Station Fragen beantwortrt oder Lösungswörter aufgeschrieben werden müssen, alles rund um das Thema Wildkatze.
Also los - ich schnappe mir eine Gruppe und gehe zu meiner Station, bei der es um das Thema Nationalpark und dessen Wichtigkeit für bedrohte Tierarten wie der Wildkatze geht. 12 Gruppen bedeutet 12 Mal dasselbe erzählen und diesselben Fragen stellen. Zum Schluss fühle ich mich wie ein Theaterschauspieler, welcher seinen Text über die verschiedenen Aufführungen perfektioniert hat.
Endlich ist auch die letzte Gruppe durch. Jetzt nur noch rundum das Material der Stationen einsammeln, sich mit den anderen absprechen und die Fragebogen auswerten. Die Kinder scharen sich erneut um uns herum, als wir wieder vor das Informationszentrum treten und Alexandra nacheinander die Gruppen bei der Siegerehrung aufruft. Die Kinder freuen sich wie Schneekönige, egal welchen Platz sie belegt haben und holen ihre Preise ab. Es gibt Urkunden für alle "Wildkatzenforscher" und für die ersten drei Plätze Sticker.
"Wuuuup!" das Martinshorn schallt ein letztes Mal über den Platz, als Alexandra die Gruppe verabschiedet und schon ist der Parkplatz wieder leer.

Lukas Jobmann, Umweltpraktikant 2015 im Nationalpark Hainich