Commerzbank-Umweltpraktikum

Die Südspitze von Hiddensee - der Gellen

Foto: Patricia Schmidt
Ostseeseite des Gellens mit unberührtem Strand.

In meiner Praktikumszeit habe ich viel mit Touristen zu tun, sei es in der Nationalparkausstellung, die ich mal betreue, oder während den Führungen, welche ich selbst durchführe. Jedes Mal lernt man neue Leute kennen, welche einen auf die eine oder andere Weise bereichern. Doch an einem Tag ging es für mich an einen Ort, welcher nur von einer Handvoll von Leuten betreten werden darf, die Kernzone im Süden von Hiddensee - der Gellen. Schon bei meiner Überfahrt von Stralsund nach Vitte war der Gellen das Erste was ich von meiner neuen Heimat gesehen habe. Der Kern des Gellens ist durch die letzte Eiszeit, die Weichseleiszeit entstanden. Durch Nehrungen hat sich die heutige Inselstruktur entwickelt, die jedoch im Süden immer im Wandel ist, da dort das abgetragene Material der Steilküste von Hiddensee neu anlandet. Deswegen wird in diesem Bereich die Küstendynamik im Rahmen eines Monitorings gemessen, um den Wandel aufzuzeichnen.
Zusammen mit einem Ranger bin ich vom Nationalparkhaus mit dem Fahrrad gestartet um die Daten aufzunehmen. Während der 10km bis zum Beginn der Kernzone waren die wechselnden Landschaften Trockenrasen, Dünenheide, Salzwiesen, Küstenschutzwälder, Boddengewässer im Osten und Ostsee im Westen die ganze Zeit unsere Wegbegleiter. Am Beginn der Kernzone angekommen, ging es noch einmal 4km am Strand entlang. Es zeigte sich unberührter Sand, da er unter den Füßen noch gequietscht hat. Auch der einsetzende Regen hat mir zu diesem Zeitpunkt nichts ausgemacht, da ich einfach von der Natur fasziniert war. An unserem Messpunkt angekommen, haben wir dann unsere Daten erhoben und für die Änderung der Küsten die Länge zur Vegetationskante und zum Spülsaumen vermessen. Nach der Aufnahme sind wir noch bis zur Spitze der Insel gelaufen. Dort hatten wir einen herrlichen Blick auf das Windwatt, wo viele Seevögel standen. Das Highlight war an diesem Tag für mich der Seeadler, welcher über das Windwatt in den Lüften gekreist ist.

Patricia Schmidt, Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, Außenstelle Hiddensee Vitte 2014