Commerzbank-Umweltpraktikum

Die Kleinen auf der Spur der Schatten der Nacht

Ich kann es gar nicht glauben, die erste Woche des Praktikums ist schon fast vorbei. Sie war ein idealer Start in das Commerzbank Umweltpraktikum, da sich fast alles um Fledermäuse drehte. Zusammen mit der Grund- und Mittelschule Bodenmais bastelten wir die Woche über Fledermauskästen und erlebten eine spannende Nachtwanderung auf dem Silberberg. Bei dieser Exkursion war eindeutig der kleine Abendseglerfindling von Susanne Morgenroth, der Fledermausexpertin des Naturparks Bayerischer Wald, der Höhepunkt für die Schüler als auch für mich.

Am heutigen Tag ging es dann zum krönenden Abschluss der Fledermaus-Projektwoche in das Europäische Fledermauszentrum, das sich in den NaturparkWelten in Bayerisch Eisenstein befindet. Vor diesem Tag war ich ein bisschen nervös, da ich alle Klassenstufen durch die Ausstellung führen sollte. Bewaffnet mit einer Fledermaushandpuppe für die 1. Klasse und Fragebögen für die 2.-4. Klasse und einem neuen, selbst entworfenen und anspruchsvolleren Fragebogen für die 5. Klasse konnte es losgehen. Nach einer kurzen Begrüßung in der Eingangshalle der Naturparkwelten führte ich die Gruppen auch schon zum Fledermauszentrum. Während eine Klasse mit mir im Keller die Fledermäuse besuchte bekamen die anderen Klassen Führungen in den anderen Ausstellungen der NaturparkWelten.

Je nach Alter informierte ich die Klassen mit mehr oder weniger detailreichem und spannendem Wissen über die Fledermäuse. Vor allem durch die vielen verschiedenen Medien der Ausstellung ist die Führung nicht langweilig, staubig und trocken sondern ein kleines Abenteuer bei dem die Kinder selber viel entdecken können. Sei es die witzigen Flugmanöver der Hufeisennasen in einem Video, Fledermäuse im Dachstuhl oder in alten Bäumen mit Taschenlampen aufspüren oder die Rufe der verschiedene Fledermausarten zu hören. Gefordert wurden die Kinder der 1. Klasse beim Beantworten der Fragen zur „Fledermaus Franzi“. Diese Fragen sind kleine, in die Ausstellung integrierte, Rätsel unserer hauseigenen Fledermaus. Die anderen Klassenstufen hatten Fragebögen, die sie während der Führung ausfüllen konnten. So konnten die Schüler direkt nachfragen, falls bestimmte Themenbereiche unklar waren. Die Nachbesprechung fand dann in der Schule statt wofür die Lehrer die einen Fragebogen mit Lösungen mitbekommen haben. Dadurch konnte ich mehr Zeit in der Ausstellung verbringen und auch noch über die nicht heimischen Fledermäuse reden.
Vor allem die Formenvielfalt begeisterte die Kinder: „ Wie witzig, der hat ja ganz komische Haare. Schau mal die lange Zunge. Die sieht ja aus wie ein Känguru. Was ein Vampir? Saugt der wirklich Blut? Schau mal die Fledermaus hat ja einen Hundeschwanz“ Die Zeit ging sehr schnell vorbei und so war es auch schon wieder Zeit sich von den Schülern zu verabschieden. Die Führungen waren ein gelungener Abschluss der Projektwoche zu den Fledermäusen. Die Aktionen zusammen mit der Grund- und Mittelschule Bodenmais endeten mit dem guten Gefühl, schon die ganz Kleinen für die besonderen und faszinierenden Schatten der Nacht begeistert zu haben. Vor allem da Fledermäuse manchmal noch unter einem schlechten Ruf leiden, war es mir wichtig zu zeigen, warum Fledermäuse schützenswert sind.

Nach einer kurzen Verschnaufspause ging der Tag dann weiter. Als nächster Programmpunkt stand unerwarteter Weise die Einarbeitung in die Ausstellung des Großen Arbers an. Unser 1. Vorsitzender Heinrich Schmidt musste krankheitsbedingt die morgige Führung für 140 pensionierte Lehrer absagen und so durfte ich spontan für ihn einspringen. So war für den Rest des Tages die Einarbeitung in diese Führung angesagt und natürlich üben, üben, üben.

Da die erste Woche schon so ereignisreich war und ich viel selbständig planen und durchführen durfte, glaube ich, dass mich noch viele weitere spannende Wochen erwarten.

Stefanie Batke, Umweltpraktikantin 2016 im Naturpark Bayerischer Wald