Commerzbank-Umweltpraktikum

Die ersten beiden Praktikumsmonate oder: Ansicht über die Zeit


Irgendwie gehört es ja doch zur Natur des Menschen dieses, nennen wir es mal physisches
Gerüst Zeit nicht richtig zu verstehen zu können. In manchen Situationen ist man sich derTatsache bewusst, dass Zeit fliegen wird, wie man so schön sagt. Und trotzdem ist man immer wieder aufs Neue überrascht.
Nun ist es schon beinahe mehr als zwei Monate her das ich meine Praktikumsstelle im Naturerlebniszentrum am HohneHof im Nationalpark Harz angetreten habe. Eingesetzt werde ich primär innerhalb der Umweltbildung im Kindergarten- und Grundschulalter. Nicht weit entfernt vom Haupthaus, indem es auch an Regentagen viel zu entdecken gibt, liegt der Löwenzahnpfad. Ein Entdeckerpfad für Kinder mit Tierspuren, einem Barfußpark, einer Höreule, die Hörfertigkeiten einer Eule simuliert und vielem mehr. Und ich muss sagen: Boah macht es Spaß mit Kindern diesen Pfad zu entdecken: Die Zusammenhänge nach dem Blick in die fragenden, staunenden und die Welt kennenlernenden Gesichter zu erklären um danach über die Wiese zu toben ist ein doch zutiefst erfüllendes Gefühl. Obwohl man natürlich auch irgendwann froh ist, wenn sich die etwas lauteren Kinder verabschieden.

Darüber hinaus versuche ich bei einzelnen Veranstaltungen, wie dem Papierschöpfen der Kinderakademie, dem sammeln und verarbeiten von Kräutern und zu Quark und Brot oder der einmal jährlichen Dämmerungswanderung den tatkräftigen Rangern unter den Armen zu greifen. Gerade innerhalb der Dämmerungswanderung durfte ich dann eine neue bzw. zumindest die letzten Jahre nicht gemachte Erfahrung sammeln. Als Waldgeist mit schwarzen Umhang und viel Gesichtsfarbe durfte ich versuchen die Gäste zu erschrecken und mit meiner Lebensgeschichte zu bereichern.

Zwischendurch bleibt auch genug Zeit bei wissenschaftlichen Ausflügen mitzuhelfen. So durfte ich gerade im botanischen Bereich viel neues Lernen und den Entomologen über die Schultern schauen.

Aber nun zu meinen absoluten Highlight des Praktikums. Nämlich meiner Wohnsituation. Untergebracht gegenüber dem Naturerlebniszentrum direkt am Nationalparkrand darf ich mich jeden Abend einer stillen Umgebung erfreuen. Der Ort Drei Annen Hohne ist ca. 15 Minuten zu Fuß entfernt, besteht aber eigentlich nur aus einem Hotel und dem Bahnhof der Brockenbahn. So darf ich jeden Abend den hier lebenden Tieren wie Rothirschen und Rehen gute Nacht sagen. Meine Güte was ist das entspannend. Abgesehen davon, dass das Naturerlebniszentrum ein super Ausgangspunkt ist um den Nationalpark zu erkunden, was ich eigentlich immer mache wenn ich einen freien Tag habe. Das Wissen den Wald direkt vor der Tür zu haben ist ein irgendwie doch entspannendes Gefühl innerhalb eines überragend laufenden ersten Monats im Nationalpark Harz.

Aktuell freue ich mich erst mal auf die beiden am Wochenende stattfindenden Highlights: Meine Mithilfe beim großen Konzert des Philharmonischen Orchesters aus Wernigerode auf dem HohneHof und meine Mithilfe beim Wildniscamp mit dem Thema Steinzeit.

Und irgendwie hat man dann ja doch immer im Hinterkopf das diese 3 Monate mit einem Schnippen des Fingers vorbeigehen werden. Und man sich dann fragen wird, mein Gott wo ist die Zeit geblieben…

Jann Möller, Umweltpraktikant 2016 im Naturerlebniszentrum HohneHof im Nationalpark Harz