Commerzbank-Umweltpraktikum

Die Biosphäre erkunden

Foto: Alexander Poloczek

Die ersten Tage des Einlebens im Storchendorf Rühstädt sind vorbei. Heute heißt es, die Biosphäre hautnah und live zu erleben. Doch das mache ich nicht allein. Neben ein paar Kollegen werde ich den Tag gemeinsam mit drei Gästen aus dem Kafa-Biosphärenreservat in Äthiopien verbringen. Sie sind derzeit für einen Erfahrungsaustausch in Rühstädt zu Besuch und wollen genau, wie ich auch, das Gebiet der Biosphäre kennenlernen. So geht es also morgens recht zeitig und bei drückender Hitze im Minibus los.

Nach einer kurzen Übersicht, was uns den Tag über erwartet, halten wir zunächst am Deich an, um uns von der morgendlichen Sonne über der Elbe begrüßen zu lassen und kurz die Füße in die Elbe tauchen zu können.

Der nächste Halt ist die Deichrückverlegung in Lenzen, an der wir unseren Blick über die Aue schweifen lassen und uns über das Großprojekt informieren, das bei Hochwasser mehr Raum für den Fluss bietet. Es erscheint schon recht komisch bei dem momentanen Niedrigstand der Elbe sich ein Hochwasser vorzustellen, doch funktioniert dies mit Hilfe von Infotafeln und der nötigen Vorstellungskraft doch noch ganz gut.

Eine weitere Station ist der Grenzturm in Lenzen, den wir gemeinsam mit unseren Gästen aus Äthiopien besteigen. Oben angekommen bestaunen wir, welche idyllische und friedliche Kulturlandschaft am Grünen Band, dem ehemaligen Todesstreifen der innerdeutschen Grenze, entstanden ist. Nach einem entspannten Mittagessen in der Moorscheune Boberow (einem schönen Beispiel zur Um- und Neunutzung alter Wirtschaftshäuser) erkunden wir zwei der insgesamt 23 Stationen „Haltepunkt Natur“. Hierbei handelt es sich um Stationen zur Besucherlenkung und -information im Gebiet der Biosphäre, die unter anderem auch durch die Unterstützung vorheriger Commerzbank-Umweltpraktikanten entwickelt wurden.

Nach einem weiteren Halt mit einem herrlichen Blick über das Rambower Moor, bei dem wir eine große Gruppe Kraniche beobachten können, geht es langsam wieder Richtung Rühstädt. Auf der Fahrt wird sich über die gewonnen Eindrücke ausgetauscht und uns von unseren äthiopischen Gästen ein Einblick in die Begebenheiten im Biosphärenreservat Kafa gegeben.

Alles in allem geht ein sehr informativer und erlebnisreicher Tag langsam dem Ende entgegen. Ich habe erfahren, dass die Biosphäre eine gute Kombination aus den Bereichen Kultur, Umwelt und Tourismus bietet, die sich allesamt gut verknüpfen lassen. Ein Besuch lohnt sich jedenfalls auch bei heißen Temperaturen und ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Ausflug in die Biosphäre gewesen sein wird. Mal schauen, was ich noch alles entdecken werde!

 

Alexander Poloczek, Umweltpraktikant 2015 im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg