Commerzbank-Umweltpraktikum

Bundesweites Junior Ranger-Treffen im Nationalpark Eifel

Foto: Veronica Zilz

Nach langen Tagen und Nächten der Vorbereitung, war der Tag endlich gekommen. Mehr als 300 Junior Ranger aus 23 nationalen Schutzgebieten trafen sich im Nationalpark Eifel zum 13. bundesweiten Junior Ranger-Treffen.
Schöner hätte der Tag nicht starten können. Angekündigte 36 Grad Celsius sollten es werden und die machten sich schon am Morgen langsam bemerkbar. Strahlend blauer Himmel, saftiges Grün der Natur - einfach schön!
Punkt 7:30 Uhr am Parkplatz der "Wildniswerkstatt Düttling" angekommen, einer Umweltbildungseinrichtung mit ca. 100 ha großem Waldgebiet, vernahm man in der Ferne bereits vereinzelt Stimmen aufgeweckter Kinder. Bereits am Vorabend waren sie angereist.
Meine "Schützlinge" verfrachtete ich in einen Bollerwagen. Wer meine Schützlinge waren? Etliche Bodenorganismen, die nur darauf warteten von Neugiernasen bewundert zu werden. In einem hübschen Terrarium fanden sie ihr vorübergehendes Zuhause.
Über holprige Steine ging es durch ein Waldstück auf eine Lichtung. Hier waren das Festzelt und diverse Workshop-Stände aufgebaut, mittig eine große Feuerstelle. Meinen Stand baute ich bereits am Vorabend auf, so konnte ich mich nun um die Detailgestaltung kümmern.
Zusammen mit Herrn Dr. Andreas Pardey, einem Biologen aus der Forschung des Nationalparks Eifel, organisierte und betreute ich den Stand "Forscherstation". Passend zum "Internationalen Jahr des Bodens 2015", wurde an unserem Stand die Bedeutung des Bodens und seiner Lebewesen, Laub- und Nadelwälder sowie Tagfalter und Schnecken im Nationalpark Eifel thematisiert.
Während ich Terrarium, Regenwurmschaukasten, Binokulare und weitere diverse Anschauungsmaterialien am Stand aufstellte, lief parallel die Eröffnungsfeier des Junior Ranger-Treffens im Festzelt. Mit Grußworten vom Leiter der Landesforstverwaltung Hubert Kaiser, wurde der Festakt des dreitägigen Treffens eröffnet.
Mit dem Eintreffen von Herrn Dr. Pardey wurde der Stand um einen Schneckenschaukasten und weiteres Anschauungsmaterial zu heimischen Schmetterlingen erweitert. So gegen 10 Uhr vormittags war dann noch etwas Zeit, um den Stand mit Baumwurzeln und allerlei Schnitzwerk zu dekorieren.
Punkt 11 Uhr, das Programm startet! Die Kinder teilten sich auf, beteiligten sich an der Nationalpark-Rallye im Wald oder wählten hier auf der Wiese zwischen den vielfältigen Aktivitäten auf dem "Markt der Möglichkeiten". Zur Wahl standen u.a. Workshops für Naturfotografie, Moderation, Filmdreh oder der Bau von Wildbienenhotels.
Mit dem Lockruf: "Wollt ihr richtige Forscher sein?", lockte ich die jungen Naturschützer von morgen an das reichhaltige Angebot. Natürlich wollten alle waschechte Forscher sein!
Die erste Herausforderung: Unterschiedliche Bodenschichten von Laub- und Nadelwald der richtigen Reihenfolge zuordnen. Von den zwei Waldtypen trennte ich zuvor die jeweilige Streuschicht von der darunter liegenden, zersetzten Humusschicht, bis hin zum Ausgangsgestein und füllte das Bodenmaterial in einzelne Marmeladengläser. Alles war erlaubt und gewünscht: schauen, riechen, fühlen. Die reihenfolgliche Zuordnung der Horizonte war für die meisten Kinder kein Problem, nur die Unterscheidung der zwei Waldtypen war ab den etwas tieferen Schichten etwas knifflig. Mit dem Wink, dass Nadelwaldböden säuerlicher als die des Laubwaldes riechen, wurde die Aufgabe dann doch zügig gemeistert.
"Und wer lebt so alles im Boden?" Neben den Bodentieren, die eine zentrale Rolle in der Zersetzung der Streuschicht spielen, wurden auch deren Räuber vorgestellt. Unter Binokularen konnten die Kinder die Tiere hautnah betrachten. Wer neben dem Angebot aus den Terrarien Lust auf mehr hatte, für den ging es auf Expedition in den Wald.
Abschließend stellten wir Naturquiz-Fragen, die sie im Team lösten. Ich war oftmals erstaunt, welch breites Wissen die jungen "Forscher" aufwiesen. Zur Belohnung durfte sich jeder einen "Goldnugget" aus goldfarbenen Kieselsteinen mitnehmen.

Veronica Zilz, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Eifel