Commerzbank-Umweltpraktikum

Auf du und du mit den Jägern der Nacht

Foto: Christian Stielow

„Wie weich die sich anfühlen, richtig flauschig!“. Nicht nur die Kinder waren begeistert, einmal eine beinahe handzahme Fledermaus streicheln zu können. Auch für mich war die Fledermausnacht im Müritz-Nationalpark ein erstes Highlight meines Ende Juli begonnen Umweltpraktikums.

Die alltägliche Arbeit in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit findet überwiegend am Schreibtisch statt. Eine abwechslungsreiche Alternative bieten die „Außentermine“, wie etwa bei der Fledermausnacht. Meine Aufgabe bestand hauptsächlich darin, zahlreiche Fotos zu machen: von bastelnden Kindern, fledermausgeschminkten Gesichtern oder der abendlichen Exkursion ins Revier der kleinen Säuger. Mit den sogenannten „Bat-Detectors“, mit deren Hilfe sich die Ultraschalllaute der nächtlichen Jäger orten lassen, konnten Zwerg- und Breitflügelfledermäuse erspäht werden. Außerdem führte ich an dem Abend ein paar Interviews und machte mir Notizen, um am nächsten Tag eine Pressemitteilung zu verfassen. Die Öffentlichkeit über die Arbeit des Nationalparks zu informieren, ist nämlich von enormer Bedeutung. Wir machen so nicht nur gute PR für uns, sondern beugen auch Missverständnissen vor oder klären über bestimmte ökologische Zusammenhänge auf.

In den 2,5 Monaten, die noch vor mir liegen, stehen schon weitere Höhepunkte an, etwa der Nationalparklauf oder das Neustrelitzer Naturfilmfestival. Ich freue mich auf die kommenden Wochen und auf die anstehenden Aufgaben. Und den erlernten Umgang mit Fledermäusen konnte ich in der Praktikantenwohnung mitten im Nationalpark gleich anwenden: Eine Fledermaus, die sich in die Küche verirrt hat, konnte ich fangen und unbeschadet wieder in die nächtliche Freiheit entlassen – das Umweltpraktikum erweitert den eigenen Horizont auch in unvorhergesehen Bereichen.

Christian Stielow, Müritz-Nationalpark 2014