Commerzbank-Umweltpraktikum

Auf der Insel Scharhörn – Sand, Schlick & Mehr

Foto: Max Backoff

Nach einer Woche Einarbeitung auf der hamburgischen Insel Neuwerk, habe ich letzten Freitag meinen Weg durch’s Watt angetreten. Den Pricken durch Sand und Schlick folgend, kam ich nun schließlich auf der Insel an, die ich nun 3 Monate nur sporadisch verlassen werde.

Die ehemalige Sandbank Scharhörn ist seit 1939 Naturschutzgebiet, insbesondere der hier brütenden und rastenden Vögel wegen. Seit den 90ern ist sie Teil des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer und wird der Schutzzone 1 zugeordnet, d.h. absolutes Betrittsverbot, außer für mich und von mir geführte kleine Touristengruppen, die ab und an für eine einstündige Führung rüber kommen.

Auf knappen 20ha erstrecken sich Marschen aus Queller und Salzwiesen, Dünenzüge und buschiges Grasland. Ein Paradies für Bodenbrüter, durchziehende Singvögel, Greife und natürlich: Seevögel jeglicher Facon.

Im Rhythmus der Gezeiten wandel ich nun also hier und zähle, beobachte, horche! Und es gibt einiges zu sehen!

Zwischen Scharhörn und Nigehörn, erhebt sich hinter den Rotschwingelzonen der auslaufenden Marsch, ein weites Quellerfeld. Von Prielen durchzogen und von Becken und Pütten – kleinen Wasserlöchern – überseht, mutet das kleine Stück Neuland wie eine Seenlandschaft im Modell an.

Die Gezeiten geben den Ton an und doch erhebt sich das Land hier und da über den Hochwasserpegel und eine schüttere, obgleich interessante und schöne Flora erhebt sich. Vor nicht einmal 10 Jahren, war die Fläche noch Sandwatt und bei Hochwasser unpassierbar, aber mit der Zeit und mit dem Wind wachsen die Inseln stetig zusammen.

Man könnte meinen eine Wattlandschaft sei eintönig, aber weit gefehlt… langsam steigen nun auch die Wasserstände und in der vom Meer durchfurchten Ebene tummeln sich Schwärme all möglicher Watvögel…

Große Schwärme! Die Individuenzahlen steigen mit jedem Tag, mitunter lassen sich Schwärme bestehend aus 2-, 5- , manchmal 10- tausenden Vögeln nieder, um bei Hochwasser ihren Hunger an den Schwemmkegeln der Priele zu stillen. Wie dunkle Rauchschwaden stehen die Trupps in der Luft, Rauch den es zu zählen gilt…

Max Backoff, Umweltpraktikant 2015 auf Scharhörn im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer.