Commerzbank-Umweltpraktikum

Auf dem Gottorfer Landmarkt

Foto: Carsten Busch

Der Gottorfer Landmarkt am Schloss Gottorf in Schleswig ist Deutschlands größter Ökomarkt. Vegane Eiscreme, Bio-Currywurst, Verkäufer von Solaranlagen und Naturschutzverbände haben ein großes Stelldichein mit mehr als 15.000 Besuchern. Auch wir  - vom Nationalpark - waren dieses Jahr mit unserem Infomobil vor Ort.

Am Sonntagmorgen um 6:30 Uhr traf ich mich mit meinem Kollegen Lutz und unserem Nationalpark-Ranger Frerk am Multimar Wattforum in Tönning, um die letzten Ausstellungsstücke für unseren Infostand einzuräumen. Leider lösten wir auch gleich die Alarmanlage des Nationalpark-Zentrums aus, sodass wir erst einmal ratlos vor der Alarmanlage standen und nicht wussten, was zu tun war. Nach kurzer Beratung beschlossen wir einfach die Ausstellungsstücke einzuladen und zu warten bis jemand kommt. Nach kurzer Zeit kam ein Mitarbeiter des Multimar Wattforums und sorgte für Ruhe im Gebäude, sodass wir nach Schleswig aufbrechen konnten.

Es war sonnig, aber leider auch windig. Der Wind pfiff um die Ecken des Schlosses, so dass viele Aussteller Probleme hatten ihre Pavillons aufzubauen, einige ließen es dann auch später ganz. Wir hatten mit unserem Infowagen weniger Probleme. Das Teil stand wie eine Eins, nur bei der einen oder anderen Böe flogen uns mal ein paar Flyer um die Ohren, aber das störte niemanden.

Wir teilten unseren Stand mit den Freiwilligen der Schutzstation Wattenmeer, die Bernsteinschleifen für Kinder anboten und auch auf das Thema Müll im Meer aufmerksam machten. Wir hatten wie immer unseren ausgestopften Seehund mit dabei, der die kleineren Besucher besser anlockte als eine Tüte Gummibärchen. Zudem hatten wir zwei Aquarien aus dem Multimar Wattforum dabei, in denen Interessierte sich Seesterne, Garnelen, Miesmuscheln und Schnecken angucken konnten. Eine tote Garnele verfütterten wir gleich mal an einen Seestern, um den Leuten zu zeigen, warum die Seesterne und die Garnelen in separaten Aquarien untergebracht waren.  Außerdem haben wir auch immer ein kleines Quiz für die Besucher, bei dem sie auch Kleinigkeiten wie z.B. Kugelschreiber, Schlüsselanhänger, Postkarten oder Pins gewinnen können. Die Fragen sind in vier Kategorien eingeteilt: Menschen, Tiere, Pflanzen und Naturschutz. Durch ein kleines Glücksrad wird entschieden, zu welchem Themengebiet eine Frage gestellt wird. Besonders die Kleinen sind immer sehr begeistert bei der Sache, aber ab und zu müssen die Eltern auch mal helfen. Den ganzen Tag redeten wir mit den Leuten über den Nationalpark und erzählten über das Multimar Wattforum, das jeder mindestens einmal besucht haben sollte, aber auch ruhig öfter. Wir teilten unsere Erfahrungen mit denen der Besucher und auch diese erzählten von ihren Erlebnissen im Nationalpark, falls sie denn schon mal dort gewesen sind, sonst hatten diese gleich einen Flyer in ihrer Tasche über attraktive Sehenswürdigkeiten, wie eben die zahlreichen Nationalpark-Einrichtungen auf den Inseln und an der Küste. Die Kinder streichelten lachend, aber ab und zu auch skeptisch, den Seehund und staunten über die langen Krallen, die der Kleine besitzt, denn wir wissen ja wie glitschig so ein Fisch sein kann.

In kleinen Pausen bin ich dann über den Markt geschlendert und habe mir die zahlreichen Stände angeguckt, aß Bio-Currywurst und Eis mit Chiligeschmack. Dort hat ein Schäfer seine Schafe geschoren und auf der anderen Seite des Marktes konnte man sich ein Seeadler-Brutpaar durch bereitgestellte Ferngläser anschauen.

Etwa eine Stunde vor Schluss schlug das Wetter dann doch nochmal leicht um. Es fing an zu regnen, sodass die Besucher immer weniger wurden. Nach kurzer Absprache beschlossen wir, dann unseren Infowagen früher dicht zu machen als geplant. Die Tiere aus den Aquarien wurden wieder in ihre Transportbehälter umgesetzt und auch der Seehund wurde wieder in seine Kiste gesteckt. Um kurz  nach 19:00 Uhr und etwa 12 Stunden nachdem wir losgefahren sind standen wir wieder in Tönning auf dem Parkplatz des Multimar Wattforums. Und morgen früh geht’s wieder ins Büro.

Carsten Busch, Umweltpraktikant 2015 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer