Commerzbank-Umweltpraktikum

Action im Moor!

Foto: Theresia Endriß

Vor ein paar Tagen hat mein Commerzbank-Umweltpraktikum im Naturpark Erzgebirge/Vogtland begonnen, wo ich 3 Monate bei der Moorrevitalisierung dabei sein werde. Gleich an meinem ersten Tag sind wir direkt nach dem Erstellen meines Praktikumsfahrplans raus ins Moor. Das war genau wie man sich ein Moor eben vorstellt, es war kühl und neblig, der Boden herrlich weich und voller Torfmoose und in der Ferne hörte man einen Kuckuck rufen, ich war hin und weg von der mystischen Stimmung. Doch nur wenige Tage darauf, ging es gleich richtig actionreich zu! Action im Moor! Wer hätte das gedacht!? Da steht doch glatt ein Bagger zwischen den Fichten! Was ist denn da los, was hat das noch mit Naturschutz zu tun?

Tja mein liebes Tagebuch, das ist sogar Naturschutz live! Die Fichten zwischen denen der Bagger da steht, können im Moor nämlich nur so zahlreich wachsen, weil das Moor von den Menschen entwässert wurde. Dafür haben sie zahlreiche Entwässerungsgräben angelegt, ja richtig komplexe Grabensysteme konstruiert und so das Wasser aus dem Moor abgeleitet, wodurch die Flächen trockener und so für den Menschen nutzbar wurden. Damals war den Menschen nicht bewusst, dass Moore aber ganz wichtig für die Umwelt sind. Heute wissen wir, dass Moore zum Beispiel wichtige Kohlenstoffsenken sind und wir sie deshalb schützen müssen. Damit die Moore wieder ihren natürlichen Zustand erreichen können, werden hier im Naturpark Erzgebirge/Vogtland Revitalisierungs-maßnahmen umgesetzt. Hierfür werden die Entwässerungsgräben verfüllt oder Dämme eingebaut, damit das Wasser nicht mehr abfließt sondern sich in der Fläche verteilt. Tja und dafür ist der Bagger eben ganz wichtig, denn von Hand würde das alles nicht nur viel zu lange dauern, sondern so ein Bagger übt auch einen viel geringeren Druck auf den Boden aus als ein Mensch mit seinen Füßen. Der Bagger bewegt sich auf zwei breiten Ketten fort und so verteilt sich sein zwar sehr schweres Gewicht auch auf eine viel größere Fläche. Und damit dieses brummende Ungetüm keine geschützten Pflanzen überrollt und auch kein Vögelein beim Brüten stört, haben wir natürlich vorher ganz gewissenhaft alle Stellen markiert, um die er einen großen Bogen machen muss.

Theresia Endriß, Naturpark Erzgebirge / Vogtland