Commerzbank-Umweltpraktikum

Spreewald - Ein Tag in der Verwaltung

Mein dritter Tag im Biosphärenreservat Spreewald beginnt wie üblich im „Haus für Mensch und Natur“ – dem Sitz der Verwaltung des Biosphärenreservats und der 2015 neu eröffneten Multimediaausstellung.

Es herrscht wie üblich eine angenehme, beinahe familiäre Atmosphäre. Auf den Fluren komme ich mit einigen Mitarbeiterinnen der Verwaltung und den Rangern der Naturwacht ins Gespräch.

Ich möchte mich auf die Touristenführung zur Wasserschlagwiese Lehde vorbereiten, die ich in absehbarer Zeit regelmäßig selbst leiten werde.
Für die Führung will ich mir zunächst ein Script zusammenstellen, einen Leitfaden für die einzelnen Stationen der Tour. Dazu bekomme ich von zwei Mitarbeiterinnen sofort Material. Für weitere Informationen werde ich auf eine Rangerin der Naturwacht verwiesen, die ich zusammen mit den beiden Frauen sofort in dem Vorführraum des Hauses aufsuche. Dort treffen wir die junge Rangerin, zusammen mit einer weiteren, mir bis zu diesem Tag noch unbekannten Mitarbeiterin, die für den Bereich Umweltbildung zuständig ist.
Die beiden Frauen stehen über einige kleine bemalte Leinwände gebeugt, die sie auf den Tischen vor sich ausgebreitet haben und nun kritisch betrachten. Eine 9. Klasse der örtlichen Oberschule hatte die Aufgabe, die drei Farben des Biosphärenreservats – gelb, grün und blau - künstlerisch auf Leinwand in Szene zu setzen. Nach eingehender Begutachtung und Bewunderung der Kunstwerke spreche ich die junge Rangerin auf die Führung zur Wasserschlagwiese an. Nach einem Gespräch mit ihr und einer gemeinsamen Tour durch die Multimediaausstellung begebe ich mich wieder zurück in mein Büro und setze meine Recherche zu meinem Praktikumsprojekt fort. Ich informiere mich zum Thema „Ökosystemare Umweltbeobachtungen“, bis mein Betreuer – der stellvertretende Leiter des Biosphärenreservats Spreewald – mich begrüßt und zu einem Ortstermin in der Lübbenauer Neustadt mitnimmt.

Die Wohnungsgesellschaft WIS hat sich an die Verwaltung des Biosphärenreservats gewendet, damit gemeinsam an der Einrichtung eines Insektenhotels gearbeitet werden kann. Neben dem eigentlichen Bau dieser künstlichen Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten werden während des Gesprächs weitere Fragen in den Raum geworfen: Wie integriert man das Objekt in das Wohnumfeld? Wie gestaltet man den Dialog mit den Mietern? Wie könnte man die Kinder an diese Thematik heranführen? Wie kann man das Insektenhotel vor eventuellem Vandalismus schützen? In naher Zukunft soll nun ein gemeinsamer Termin gefunden werden, an dem wir zusammen die Grünflächen der Lübbenauer Neustadt aufsuchen und gemeinsam nach geeigneten Plätzen für das Insektenhotel Ausschau halten. Da ich selbst in der Neustadt Lübbenaus wohne und Mieterin der WIS bin, freue ich mich, an dem Projekt mitwirken zu dürfen.

Zurück in meinem Büro mache ich mich sofort daran, eine Mini-Recherche zu starten und suche nach Informationen, welches Material sich zum Bau eines Insektenhotels eignet. Im Kopf mache ich einen Rundflug um die Wohnsiedlung und beobachte sie aus der Vogelperspektive. Wo würde ich ein Insektenhotel aufbauen?
Für die Recherche schiebe ich mein Projekt zum Thema „Ökosystemare Umweltbeobachtungen“ erst einmal beiseite. Damit beschäftige ich mich dann nach der Mittagspause wieder.

Lisa Sperling, Umweltpraktikantin 2017 im Biosphärenreservat Spreewald.