Commerzbank-Umweltpraktikum

Rhön - Ein besonderer Arbeitstag mit Biber-Besuch

Der Schein der aufgehenden Sonne strich den Horizont und tauchte ihn in ein sanftes Rot, die Bäume sind gefroren und deren Eiskristalle brachen das aufkommende Licht, der Wind wehte sacht und wirbelte stellenweise Schneeflocken auf. Ein wundervoller Tag stand in seinen Anfängen und mein Arbeitstag im Biosphärenreservat Rhön im Groenhoff Haus auf der Wasserkuppe begann.

Vor gut zwei Wochen begann ich mein Praktikum und dieser spektakuläre Anblick bot sich mir schon einige Male, doch heute stand etwas Spannendes auf der Tagesordnung – eine Besprechung mit dem Wild - Park Klaushof im bayrischen Bad Kissingen über eine mögliche umweltbildende Maßnahme und Integration des Rotmilans im Wildpark selbst. Doch zuvor riefen die alltäglichen Arbeiten: das Recherchieren und Generieren von Wissen über den Wasserverbrauch der Rhön, die Vorbereitungen für die Kartierungen für das „Artenhilfsprojekt Rotmilan Rhön“ und dem Erstellen einzelner Statistiken zum 2. Rhöner Jugendforum in Gersfeld.

Martin Kremer, unter anderem zuständig für die Bereiche Umweltbildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung, begrüßte mich schon mit der Frage, ob ich heute warm genug angezogen sei. Natürlich war ich auf das eisige Wetter vorbereitet und durch die wärmenden Sonnenstrahlen, die durch das Bürofenster fielen und mich an der Nase kitzelten, konnte ich es kaum erwarten, nach draußen zu kommen.

Die Fahrt nach Bad Kissingen dauerte ca. eine Stunde und führte uns durch kleine bayrische Dörfer, deren Dächer von Kirchtürmen überragt inmitten der bergigen Rhön vor langer Zeit gebaut wurden; vorbei an Weiden, Wiesen und Wäldern, in denen auch der Rotmilan zu Hause ist. Die kurvigen Straßen führten uns direkt zum Klaushof, wo wir uns mit Claus Schenk und Alexander Maunz trafen. Über die leicht vereisten Wege, vorbei am Wildschweingehege mit den Frischlingen, liefen wir zum sogenannten „grünen Klassenzimmer“, einer kleinen Holzhütte inmitten der weitläufigen Gehege. Im Inneren war es wohlig warm, der Ofen knisterte und wir nahmen alle an dem runden Tisch in der Mitte des kleinen Hauses Platz. Laugenstangen und Croissants, ebenso wie Kaffee und Wasser standen bereit, die Notizbücher wurden aufgeklappt und die Besprechung konnte beginnen. Das schwerpunktmäßig umweltpädagogische Anliegen des Wildparkverwalters Alexander Maunz bezüglich des Rhöner Rotmilans passte zu dem Konzept des Wild – Parks, was sich im späteren Verlauf des Tages zeigte. Die Besichtigung des neuen Bibergeheges mit allerlei pädagogisch wertvollen, greifbaren, sowie aktiven und interaktiven Materialien entlang des Weges, rundete das Bild ab. Das Highlight des Tages war die Sichtung eines Bibers in seinem Bau.

Bei Verabschiedung hatte die Sonne ihren Höchststand überschritten und neigte sich dem Horizont entgegen, tauchte die Bäume in Schatten und ließ den noch verbleibenden Schnee glitzern. Auf der Wasserkuppe angekommen, widmete ich mich wieder meinen Aufgaben und beendete den Tag zufrieden und um einige Erfahrungen reicher.

Maren Szymiczek, Umweltpraktikantin 2017 im Biosphärenreservat Rhön