Commerzbank-Umweltpraktikum

Quellenkartierung mit ungeahntem Ausgang

Eine kalte Brise wehte mir um die Nase als ich die Haustür, vollgepackt mit Gummistiefeln, Spaten und Rucksack, verlies. Damit ging es los zum Ober Mooser Teich, Quellen kartieren. Auf der Fahrt brachen die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und versprachen einen wundervollen Tag.

Am Teich angekommen wurden Peter, Annette, Marco und ich von Stefan mit allen möglichen technischen Geräten ausgestattet und mit kleinen Spaten bewaffnet. Mit Gummistiefeln an den Füßen und Rucksack auf den Schultern stapften wir in Richtung Wald, allen voran Stefan mit zielstrebigem Blick auf die nächste sonnendurchflutete Lichtung, unserem Eingang. Über umgefallene Stämme, moosbewachsene Steine und vorbei an Sträuchern und herunterhängenden Ästen wanderten wir durch das Dickicht und hielten dabei Ausschau nach kleinen und großen Quellen. An einer geeigneten Stelle angekommen legten wir die Utensilien ins weiche Moos und liefen die Gegend mit Minenfähnchen von der Bundeswehr ab, welche die Quellen kennzeichneten. Jeder hatte seine Aufgabe: Temperatur messen, Tierchen aus dem Wasser und Fluginsekten um die Quelle herum sammeln, Baum- und Straucharten bestimmen, Daten aufnehmen und Fotos machen. Meine Aufgaben waren es, an den Fähnchen die GPS-Daten aufzunehmen und pH – Wert und Leitfähigkeit des Wassers zu bestimmen. Die anfänglichen Quellen waren allesamt säuerlicher, boten somit auch keine Heimat für die berühmte Rhön-Quellschnecke.

Nach Abschluss dieses Waldgebietes machten wir Rast am Auto, aßen geschmierte Brote und unterhielten uns über das nächste zu kartierende Gebiet: Das obere Salzbachtal. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und nach einem letzten Schluck Kaffee setzen wir unsere Kartierung fort. Keiner ahnte jedoch, dass es matschig werden könnte. Das Gebiet lag angrenzend an ein kleines Wald- und Wiesengrundstück und bot zum Teil schöne schattige Erholungsplätzchen. Weiße Buschwindröschen und gelbes Scharbockskraut säumten die Wiese und wir bemühten uns außen rum zu laufen. Das Quellgebiet beinhaltete fünf Quellen und jeder arbeitete seine Stationen sehr gewissenhaft ab. Nach Quelle Nummer drei ging es um die Ecke, ein dichtes Buschwerk verdeckte dieses Gebiet und ich war glücklicherweise alleine, denn plötzlich stand ich bis zu den Knien im Schlamm. Meine blauen Gummistiefel waren nicht mehr zu sehen und ich kippte in Zeitlupe, die Messgeräte in den Händen zum Himmel gestreckt, einfach zur Seite um. Im Matsch sitzend zog ich mir die Gummistiefel aus, legte die Messgeräte beiseite und fischte meine Gummistiefel mit Mühen und Not aus dem Morast heraus. Nach dem Auslehren meiner Schuhe kartierte ich die restlichen Quellen und kehrte zu den anderen zurück, legte mich in die Sonne und meinte, ich müsse erst einmal trocknen. Alle begannen zu lachen und fragten, was denn passiert sei. Sie lachten nur und machten einen großen Bogen um die Stelle, an der noch meine Fußspuren zu erkennen waren.

Am Ende des Tages ging ich gut gelaunt und genauso bepackt, dafür aber mindestens doppelt so dreckig wieder nach Hause und freute mich auf ein heißes Bad und meinen Lieblingstee.

Maren Szymiczek, Umwelpraktkantin 2017 im Biosphärenreservat Rhön