Commerzbank-Umweltpraktikum

Open-Air Meeting mit Gewittereinlage

Heute haben mein Betreuer Jan und ich einen Ortstermin bei einer Kultur- und Landschaftsführerin. Dieser Termin ist Teil meines Projektes, bei dem ich ein Fortbildungs- und Netzwerktreffen für die Kultur- und LandschaftsführerInnen der Elbe und Havelniederung mitorganisiere.
Die Veranstaltung wird auf ihrem Naturerlebnishof stattfinden. Zusätzlich wird sie im Rahmen des Fortbildungstreffens eine Exkursion vorbereiten, welche die Kultur- und LandschaftsführerInnen begleiten und bewerten werden. Diese wurden 2016 nach deutschlandweit einheitlichen Kriterien des bundesweiten Arbeitskreises der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten (BANU) zertifiziert. Nun sind jährliche Fortbildungstreffen geplant, um eine Qualitätssicherung gewährleisten zu können.
Zudem ist diese Veranstaltung auch ein gute Möglichkeit für die TeilnehmerInnen ihr Netzwerk untereinander auszubauen und zu stärken. Um 9.15 Uhr machen wir uns auf den Weg. Mit dem Auto fahren wir über die Elbe hinweg in die sachsen-anhaltinische Region des Biosphärenreservats. In Vielbaum angekommen werden wir herzlich begrüßt und mit frischen selbstgepressten Säften willkommen geheißen. Anschließend werden wir über den Naturerlebnishof geführt. Die größten Besonderheiten des Hofes sind die Tipis, die wir schon auf dem Hinweg von weitem sehen konnten und der Langbogenschießplatz. Die Tipis können sowohl zum Übernachten als auch als Seminarräume genutzt werden.
Wir schaffen unsere Runde gerade noch rechtzeitig bevor das Gewitter mit starken Regenfällen einsetzt. Vor dem Regen geschützt sitzen wir gemütlich mit einem frischen Kaffee draußen am Lagerfeuer und besprechen die Details. Der Haupttagespunkt ist die Planung des Programms der Veranstaltung. Gemeinsam besprechen wir das schon vorher grob aufgestellte Programm und entwickeln es weiter. Uhrzeiten und Tagesordnungspunkte werden hin und her geschoben, ergänzt und weiter präzisiert. Meine Mitschriften sind ein einziges Durcheinander von Pfeilen und Notizen, die ich hoffentlich später auch noch nachvollziehen kann.
Von unseren Sitzplätzen aus haben wir einen Panoramablick auf die eintreffenden Blitze. Hin und wieder wird unser Gespräch von den ohrenbetäubenden Donnern unterbrochen. Als sich das Treffen dem Ende neigt, hat sich das Wetter allmählich wieder beruhigt und das Feuer ist abgebrannt. Nachdem alle mit dem Programm zufrieden sind und alle anderen Details und Fragen geklärt werden konnten und wir uns verabschieden strahlen die Bäume und Gräser in einem saftigen Grün. Die Luft ist bereits wieder schwül-warm und es ist sich kaum noch vorzustellen, dass hier bis vor kurzem noch ein Unwetter getobt hat.
Auf dem Rückweg geht es wieder zurück in den brandenburgischen Teil des Biosphärenreservats. Auf der Fahrt können wir einige Störche beobachten, die sich auf den frisch gemähten Wiesen tummeln und nach Nahrung suchen. Zurück im Storchendorf Rühstädt setze ich mich an meinen Schreibtisch und sortiere meine Mitschriften, solange das Treffen noch präsent ist und ich noch weiß, was mit den ganzen Pfeilen und Sternchen gemeint ist.

 

Josefine Reitmann, Umweltpraktikantin 2017 im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg