Commerzbank-Umweltpraktikum

Nationalparkverwaltung - (K)Ein Bürojob

Um kurz vor 7 Uhr schließe ich mein knallorangenes Hollandrad vor dem „Havenhaus“ an. Hier, am Bontekai in Wilhelmshaven, hat die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer ihren Sitz und ich für die Zeit des Praktikums mein Büro. Heute ist der Treffpunkt allerdings auf dem Parkplatz des „Havenhauses“, denn es geht gleich weiter: Im Rahmen des GEO-Tages der Natur darf ich eine Veranstaltung auf der Insel Wangerooge für die Öffentlichkeitsarbeit begleiten.

Um 10 Uhr treffen wir – einige Kollegen der Nationalparkverwaltung und ich – uns mit Experten für Fauna und Flora im Nationalparkhaus auf der Insel. Ziel ist es, heute einen Tag lang Wangerooge zu erkunden und alle Arten zu kartieren, die einem über den Weg laufen (oder auch nicht laufen): Pilze, Moose, Pflanzen der Salzwiesen und Dünen, verschiedenste Wattboden-Bewohner, Käfer, Heuschrecken, Libellen und Schmetterlinge, Schnecken, Lurche und Kriechtiere, Vögel sowie Säugetiere sollen erfasst werden. Ich bin heute vor allem dabei, um für unsere Pressearbeit Fotos zu machen, Ergebnisse mitzuschreiben und die Stimmung einzufangen. Gemeinsam mit einer Gruppe Junior Ranger, die in diesem Jahr zum ersten Mal dabei sind, schließe ich mich einem Schmetterlingsexperten an. Leider ist es für die zarten Schmetterlinge ein bisschen zu windig heute, aber den einen oder anderen können wir doch entdecken und bestimmen: das Waldbrettspiel, das Ochsenauge, das Kleine Wiesenvögelchen und den Gemeinen Bläuling zum Beispiel. Als wir unterwegs eine der anderen Junior Ranger-Gruppen treffen, beobachten wir mit den jungen Ornithologen was sich in der Vogelwelt vor dem Deich tut. Später begleiten wir noch eine Moos-Spezialistin bei ihrer Suche und anschließend gibt es für die Kids ein Eis am Strand. Vor der Abschlussbesprechung im Nationalparkhaus bekommen wir noch eine Stärkung und hier und da packen die Experten eingesammelte Käfer und Libellen aus, um mithilfe eines Bestimmungsbuchs die richtige Art zu ermitteln. Das Fazit des Tages ist durchweg positiv: Wetter und Stimmung waren den ganzen Tag über gut und alle sind zufrieden. Außerdem wurden einige neue Arten entdeckt, die noch nie auf der Insel nachgewiesen werden konnten.

Mit der Inselbahn geht es schließlich durch die Salzwiesen zurück Richtung Hafen und die Fährfahrt beschert uns noch einen spektakulären Sonnenuntergang sowie einige Seehunde auf der Sandbank und ich denke, dass ich für so eine Erfahrung gerne morgen wieder am Schreibtisch im Büro sitze. Denn nur wenn die Leute erfahren, was für ein einzigartiges Weltnaturerbe es hier gibt, werden sie es auch in Zukunft schätzen und schützen können. Deshalb werde ich morgen eine Pressemitteilung zum heutigen Tag schreiben, passende Fotos aussuchen und weiter an der Konzeption für die neue Website (mit)arbeiten. Außerdem stehen noch ein paar kleine Artikel für unseren Newsletter auf dem Programm. Auch diese Öffentlichkeitsarbeit ist – mit dem Naturschutz natürlich – eine wichtige Arbeit für den Nationalpark und zeigt, dass man sich beim Umweltpraktikum auf verschiedene Arten für die Natur einsetzen kann.

Kathrin Deichmann, Umweltpraktikantin 2017 in der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer in Wilhelmshaven