Commerzbank-Umweltpraktikum

Mit vollem Einsatz gegen das Springkraut

So hat Andrea, Sachbearbeiterin des Naturparks, unser Ziel für den heutigen Tag, Anfang August, formuliert – und damit den Neophyten den Kampf angesagt. Seit einer Woche hilft nämlich das ganze Naturpark-Team zusammen, um das drüsige Springkraut zu bekämpfen. Dieses aus Japan stammende Kraut mit den hübschen rosa Blüten breitet sich mit Hilfe seiner bis zu sieben Metern springenden Kapseln rasant aus und würde am liebsten das gesamte schöne Erzgebirge überwuchern. Heute kontrollierten wir einen Steilhang, bei dem es Verdacht auf Springkraut gab. Oben am Hang beginnend, mit Gummistiefeln und Säcken ausgerüstet, sollten Anke, die Fachberaterin des Naturparks und ich irgendwie bis hinunter kommen und nebenbei auch noch darauf achten, kein Springkraut zu übersehen. Da meinte Anke, sogar zu mir: „In der Mitte wird’s steil, da musst du aufpassen, schließlich bist du nicht angeseilt.“ Mit einigen Springkräutern in unseren Säcken sind wir schließlich unbeschadet unten angekommen. Was man nicht alles für den Naturschutz macht! 

Nach einer Mittagspause ist die Arbeit dann noch in meinem Projektgebiet weitergegangen. Dort habe ich in einem Fichtenwald nach ehemaligen Entwässerungsgräben gesucht. In den Mooren des Erzgebirges wurden schon seit dem 18. Jahrhundert Gräben gebaut, um das Moor zu entwässern. Die neu gewonnenen trockengelegten Flächen sollten der Forstwirtschaft dienen. Nach eben solchen Gräben suche ich in meinem Gebiet. In der Folge sollen Maßnahmen geplant werden, um dem Moor zur Regeneration zu verhelfen.

Nachdem ich auch an diesem Tag wieder an ungeahnten Stellen im dichtesten Nadelwald tiefe Gräben und grüne Torfmoose entdeckt habe, beende ich müde, aber zufrieden, meinen Arbeitstag, packe meine Gummistiefel ins Auto und fahre nach Hause.

Ulrike Atzler, Umweltpraktikantin 2017 im Naturpark Erzgebirge / Vogtland