Commerzbank-Umweltpraktikum

Lieblingstag auf Hiddensee

Heute ist Donnerstag, mein Lieblingstag hier auf Hiddensee! Im Juli und August, während die meisten Bundesländer Sommerferien haben, gibt es im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft spezielle Familienangebote. Die Strandwanderung für Familien, die in diesem Jahr angeboten wird, hat sich meine Vorgängerin Marthe ausgedacht. In den verbleibenden Sommerwochen werde ich nun einmal wöchentlich diese Strandwanderungen durchführen.  

Das Nationalparkhaus, in dem ich auch wohne, liegt direkt am Strand. Fünf Familien mit insgesamt 13 Kindern warten heute schon auf mich vor dem Haus. Meistens mache ich die Führung zusammen mit meinem Kollegen Frank. Die Kinder finden es immer cool einen echten Ranger zu sehen. Außerdem teilen wir es immer so auf, dass ich mit den Kindern was mache, während Frank die Fragen der Eltern beantwortet. Außerdem zieht Frank den Wagen mit den ganzen Eimern und Keschern über die Düne durch den tiefen Sand. Ich gehe meistens vorweg und habe schon nach wenigen Metern an jeder Seite ein Kind, das meine Hand nimmt.  

Am Strand erzähle ich den Familien etwas über die Ostsee, ihre Besonderheiten und Lebewesen. Wir besprechen, was die Kinder im Spülsaum finden und ich erkläre ihnen etwas über die einzelnen Arten der Muscheln, Algen, Vogelfedern und Quallen. Vieles weiß ich aus meinem Studium und so hatte ich auch vor der ersten Führung keine Angst, etwas nicht beantworten zu können. Oft finden wir zwischen den Muscheln und Algen auch Plastikmüll am Strand, so dass man an dieser Stelle gleich mit den Kindern besprechen kann wie der Müll ins Meer gelangt und warum er gefährlich ist. Meistens bin ich erstaunt, wie viel die Kinder schon wissen! Wie der Sand an den Hiddenseer Badestrand kommt, wissen sie allerdings meistens nicht so genau, weswegen sie mir dann dabei helfen, die Inselentstehung nachzuspielen und als eiszeitlicher Gletscher den Sand aufzuschieben. Wenn ich anschließend sage, sie dürfen sich jetzt jeder einen Kescher nehmen, sind alle innerhalb von 10 Sekunden im Wasser (meistens schneller als die Eltern ihnen sagen können, sie sollen doch ihre Hosen ausziehen). Am Ende zeigt Frank dann immer noch ein paar Donnerkeile, Klappersteine, oder versteinerte Seeigel, die ja auch zum Spülsaum-Inventar dazugehören, jedoch natürlich meistens gerade dann wenn unsere Strandführung stattfindet, nicht anzufinden sind. Das größte „Woooaah!!“ kommt jedoch immer dann, wenn Frank einen fast 10 cm großen Bernstein aus seiner Hosentasche holt und im Sonnenlicht funkeln lässt.

Julia Schütt, Umweltpraktikantin 2017 im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft