Commerzbank-Umweltpraktikum

Intensiv und ereignisreich

Endlich, nach zwei intensiven und ereignisreichen Wochen komme ich endlich dazu die letzten 14 Tage Revue passieren zu lassen!

Der Tag, als ich acht junge Erwachsene aus aller Welt, alle zwischen 16 und 18 Jahren alt, an der kleinen Zugstation in Ludwigsthal abholte, kommt mir schon vor wie eine kleine Ewigkeit. Seitdem sind wir Schritt für Schritt von Workcamp-Teilnehmern und - Betreuern zu Freunden geworden- aber eins nach dem anderen.

Als Commerzbank-Umweltpraktikantin im Wildniscamp am Fuße des wunderschönen Falkensteins im Nationalpark bayerischer Wald habe ich im Auftrag von Waldzeit e.V. zwei Wochen lang ein Workcamp für junge Erwachsene betreut und begleitet.

Puh! Waren wir heilfroh als am Montagabend, nachdem Züge verpasst, Haltestellen verschlafen und mit der spanischen Mama korrespondiert wurde, irgendwann alle Freiwilligen im Camp versammelt waren.

Nach dem ersten Beschnuppern und spielerischem Kennenlernen schlugen wir, die Jungs und Mädels aus Spanien, China, Rumänien, Deutschland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA unsere Basis in den Länderhütten des Wildniscamps auf- Hütten, ohne Heizung und Elektrizität, errichtet im traditionellen Baustil von neun verschiedenen Ländern mitten in der Bayerwaldidylle.

Doch die Idylle trügt, denn die Jungs und Mädels vollbrachten Großes während ihrer Arbeitseinsätze. Insgesamt fünf Tage arbeiteten die Jugendlichen, zusammen mit Rangern und Naturschutzbeauftragten, auf den Schachten des Bayerwaldes und im Moor.

Für mich hieß das, die Freiwilligen zu dem Arbeitsort im Moor bei Riedelhütte zu fahren und sie sowohl beim Dammbau, als auch beim feierabendlichen Eisessen am Regen, kräftig zu unterstützen(:. Am Ende dieser fünf Tage konnten die Teilnehmer/-innen stolz sein auf freigeschnittene Schachtenflächen und zwei vollendete Dämme im Moor.

Während der „freien“ Tage unternahmen wir gemeinsame Erkundungstouren und Nachtwanderungen durch die sommersatten (Ur-)Wälder des bayerischen Waldes. Passend zur internationalen Besetzung und Unterkunft waren auch globale Zusammenhänge immer wieder Thema während dieser zwei Wochen: Angefangen beim Gedankenmachen über nachhaltige Ernährungsmöglichkeiten und einem tollen internationalen Abschlussmittagessen mit den Leitern der Arbeitseinsätze und Vertretern vom Nationalpark und Waldzeit, bis hin zu Workshops zum Thema „Chic unterwegs- woher kommt unsere Kleidung?“ und „Hmmm- wie das duftet! Alles rund um Schokolade“.

Abgesehen von dem inhaltlichen Input bereitete es mir größte Freude den Prozess innerhalb der Gruppe zu beobachten: anfangs etwas zurückhaltend, tauten die Teilnehmer/-innen im Laufe des Camps durch die vielfältigen Aktivitäten immer mehr auf und suchten den Dialog untereinander. So fand Jede/-r seinen ganz eigenen Platz in der Gruppe- es lag nämlich an den Jugendlichen Einkäufe zu planen und das Budget zu verwalten- eine große Herausforderung, bei der absolute Teamwork gefragt ist!

Wie sehr die Gruppe zusammenwuchs wurde mir beim Verabschiedungsritual und den Feedbackrunden bewusst- ein sehr positiver aber auch trauriger Abschluss, bevor die jungen Erwachsenen wieder in ihre Realitäten zurückkehrten. Ich bin mir aber sicher, in unserem global vernetzen Zeitalter werden wir weiterhin in Kontakt stehen und noch lange von diesen zwei internationalen Wochen zehren! Die Betreuung des Camps war eine super spannende und bereichernde Aufgabe während meines Praktikums im Nationalpark, die ich auf keinen Fall missen möchte.

 

Linda Bierl, Umweltpraktikantin 2017 im Nationalpark Bayerischer Wald