Commerzbank-Umweltpraktikum

Hamburger Hallig, 31. Mai 2017

Ein scharfer Wind aus Nord-Nord-West fegt über die Hallig, vormittags noch begleitet von Sonnenschein, gegen Nachmittag aber unter einer nur selten aufbrechenden Wolkendecke.

Um 11:30 kommt die Vogelwärterin des Nabu-Hauses auf der Schafswarft mit einer Gruppe von zwölf angehender Lehrer/innen im Referendariat auf den Halligkopf, ich stelle mich kurz vor, und schon geht es ab ins Watt.
Etwa eine Stunde kämpfen wir uns unter Lachen und wildem mit den Armen rudern durch flache Priele und Schlick, beobachten Herzmuscheln und Strandkrabben, sammeln Würmer, Tang, Miesmuscheln, Wattschnecken, Seepocken und alles, was uns sonst noch so begegnet.
Mit unserer Beute ziehen wir uns anschließend in die Wattwerkstatt zurück, wo wir sie eingehend unter den Binokularen betrachten können. Ansonsten verirren sich heute nur wenige Gäste auf die Hallig oder sogar zu mir in die Werkstatt, und auch die sonst so mitteilsamen Schafe kuscheln sich lediglich schweigend aneinander.

Als es schließlich dunkel wird, lausche ich noch lange dem Sturm, der pfeifend über die Salzwiesen und um die Ecken meiner kleinen, gemütlichen Datscha peitscht.

Besondere Vogelereignisse heute: gegen Mittag fliegt ein Löffler über die Hallig, kurz darauf jagen Lachmöwen eine junge Bachstelze in die Werkstatt, wo sie sich verängstigt in eine Ecke drückt und wieder heraus getragen werden muss.

Antonia Gütter, Umweltpraktikantn 2017 auf der Hamburger Hallig im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer