Commerzbank-Umweltpraktikum

Glücklich ausgepowert in der Natur

Es ist der Morgen des sechsten Juni. Mein Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Verschlafen versuche ich den schrillen Klang zu unterbrechen. Es geht ab ins Bad und danach in die Küche zum Frühstückmachen. Ich wohne hier in Wernigerode in einer sechs-köpfigen Wohngemeinschaft, um die Uhrzeit ist noch niemand wach. Kurz vor acht mache ich mich auf den Weg zum Treffpunkt, wo mich meine Chefin einsammelt, um die Fahrt zum Natur-Erlebniszentrum HohneHof im Nationalpark Harz anzutreten. Ich war am Morgen noch so verschlafen, dass ich gar nicht mehr daran gedacht hatte die heutigen Termine am Hof zu checken. So erfuhr ich im Auto, dass es heute mit der Hochschule Harz und dem Ranger auf eine längere Wanderung zum Landmann geht. Ich war froh, dass ich unbewusst genug Essen und Trinken eingepackt hatte, sowie wetterfeste Kleidung. Denn wenn es mit Freddy, dem Ranger, auf Wandertour im Nationalpark geht, dann sollte man sich auf ein ordentliches Tempo, viel Wissen, Spaß und ein paar Klettereinheiten einstellen. Gegen neun Uhr trafen die Student/-innen ein. Ich musste etwas schmunzeln, da weiße Turnschuhe, keine Regenjacke und offene Schultertaschen meist eher ungünstig zum Wandern sind. Dann ging es los! Über einen Teil der Hohne-Wiesen liefen wir, hinein in den Wald den Kirchstieg entlang und den Erich-Eichendorff-Stieg hinauf, der bei allen den Herzschlag konsequent erhöhte. Zwischendurch gab es Informationen zum Borkenkäfer, zur Waldentwicklung und rund um den Nationalpark. Nach einer Pause wanderten wir den alten Skihang hoch, wo sich dann jede Wade auf den morgendlichen Muskelkater freute. Oben angekommen ging es weiter auf dem Hohnekamm entlang. Wir bogen in einen schon fast verwilderten Pfad Richtung Landmann ein. Der Landmann weißt eine Höhe von 840 m ü. N. auf. Damit ist er nicht wirklich hoch, aber der Aufstieg ist schon etwas anderes, als wenn man die Brockenstraße hochläuft. Es war also Klettern auf rutschigen Felsen angesagt, da es mittlerweile angefangen hatte zu regnen. Die Lücken zwischen den Steinen waren teilweise so groß, dass Dozent und Ranger uns beim Aufstieg Halt geben mussten.                                                             
Verschmutzt, ausgepowert, glücklich über die Tatsache, den ganzen Tag in der Natur gewesen zu sein und hundemüde kamen wir am späteren Nachmittag wieder am HohneHof an. Die weißen Turnschuhe wanderten dann wohl erst einmal in die Waschmaschine!

Henrike Wilmsen, Commerzbank Umweltpraktikantin 2017 im Nationalpark Harz