Commerzbank-Umweltpraktikum

Führung durch die Salzwiesen

Donnerstagmorgen, ich stehe auf und ziehe mich an.  Mein Weg zur Arbeit ist nicht sehr weit, denn ich wohne direkt auf dem wunderschönen Nationalpark-Schiff Feuerschiff BORKUMRIFF und das Infohäuschen liegt direkt davor. Um 9 Uhr wird sich dort morgens mit versammelter Besatzung getroffen und der Tag wird besprochen. Wer macht welche Führungen, welche Führungen stehen heute an. Für mich steht heute meine zweite Salzwiesen-Dünen-Wanderung an. Gespannt, wie viele Personen kommen werden, fahre ich mit dem Fahrrad zum Treffpunkt am Neuen Deich. Fünf Personen warten auf mich, es wird heute also eine gemütliche Runde.

Nach der Begrüßung erkläre ich kurz was Salzwiesen sind, natürliche Wiesen, die regelmäßig mit Salzwasser überflutet werden, und an der Nationalpark-Karte zeige ich den Teilnehmern  den Weg. Vorbei an Birken und Erlen gehen wir durch einen kleines, sumpfiges Wäldchen, auch Greune Stee genannt. Immer wieder halte ich an, erzähle etwas zu den Pflanzen und dem Wald, denn Bäume gibt es auf Borkum erst seit etwas mehr als 100 Jahren. Auch während des Wandern wird viel gequatscht und einige Witze gerissen, was die Führung heute zu einer sehr familiären Gruppe macht, auch wenn sich die einzelnen Teilnehmer untereinander gar nicht kennen. Von dem Waldstück geht es direkt in die natürliche Salzwiese mit all seinen verschiedenen Pflanzen und ihren Anpassungen. Die Erklärungen über die Anpassungen an die Salzwiese werden interessiert aufgesogen, dabei ist es für mich die schwierigste Stelle: ich muss erklären, wie sich die Pflanzen an das Salz anpassen und das möglichst simpel.

Am Strand habe ich dann auch das große Glück einen Sandregenpfeifer zu zeigen, der direkt am Strand herum gelaufen ist. Der Vogel brütet genau neben den Fußgängerwegen und somit kann ich an einem direkten Beispiel die Strandbrüter Problematik erklären. Auf dem Rückweg durch die Greune Stee zeige ich die Sand-Segge und erkläre, dass sie früher auch Soldaten-Segge genannt wurde, da sie in „Reih und Glied“ aus dem Boden raus schießt. Von da an wurde diese Pflanze von meinen Exkursionsteilnehmern nur noch Soldaten genannt und es wurde rum gewitzelt, dass sie ja auf die anderen Pflanzen aufpassen und im Notfall scharf geschossen wird. Als ich mich am Ende der Führung verabschiedet habe, fand ich es doch etwas traurig. Danach ging es wieder zurück zum Schiff. 

Juliane Romahn, Umweltpraktikantin 2017 auf dem Nationalpark-Feuerschiff BORKUMRIFF im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer