Commerzbank-Umweltpraktikum

Ein Tag auf Hallig Hooge

In der Verwaltung des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer zu arbeiten, bedeutet nicht, den ganzen Tag nur am Schreibtisch zu sitzen und in den Computer zu schauen. Es bieten sich immer wieder viele Möglichkeiten, auch nach draußen zu kommen und Praxiserfahrungen zu sammeln. So wie am heutigen Tage, an dem ich gemeinsam mit dem BFDler Lasse, meiner Praktikumsbetreuerin Silke und dem Nationalparkranger Martin zur Hallig Hooge aufbrach, um zwei Schulklassen zu begleiten, die eine Exkursion auf die Hallig beim Malwettbewerb anlässlich der jährlich stattfindenden Ringelganstage gewonnen hatten. Halligen, die nur im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer existieren, besitzen im Gegensatz zu Inseln keine Deiche, stattdessen stehen die Häuser auf kleinen Erhöhungen, den Warften. Bei Sturmfluten, die mehrmals im Jahr vorkommen können, ist hier sprichwörtlich „Land unter“, und nur die Warften bleiben trocken.

Nach der einstündigen Fährüberfahrt mitten durch das Wattenmeer, vorbei an den Halligen Oland, Gröde und Langeneß, standen für die Schüler zunächst eine Führung über die Hallig durch BFD- und FÖJler der „Schutzstation Wattenmeer“ (Die „Schutten“ im Freiwilligen-Jargon) und ein Besuch des „Sturmflutenkinos“, wo ein Film über den Verlauf einer Sturmflut auf der Hallig gezeigt wurde, auf dem Programm. Währenddessen bereiteten wir uns auf unsere Aufgabe vor: Wir sollten uns an verschiedenen Orten auf der Hallig positionieren und den Schülern im Zuge einer „Ringelgansrallye“ Wissenswertes über Ringelgänse erzählen. Dies stellte sich als schwieriges Unterfangen heraus, da – trotz anfänglich guten Wetters und Sonnenschein – der Wind immer stärker wurde und uns ordentlich durchpustete. Die Schüler hörten dennoch interessiert zu und konnten so an meiner Station unter anderem lernen, dass junge Gänse nicht – wie das bei anderen Vögeln der Fall ist – „Küken“, sondern „Gössel“ genannt werden, und woher der Mythos stammt, dass Ringelgänse auf Bäumen wachsen.

Nach einem kurzen Abschlussspiel für die Schüler bestiegen wir am Nachmittag wieder die Fähre und machten uns auf den Rückweg.

Leider blieb neben dem Programm nur wenig Zeit, um die Natur und die besondere Ästhetik der Hallig Hooge zu bewundern, deshalb hoffe ich, sie während meines Praktikums noch einmal sehen zu können. Ich kann jedem nur empfehlen, einmal das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer und die Halligen zu besuchen und auf sich wirken zu lassen. Die besondere Atmosphäre und die Schönheit der Natur sind einmalig. 

Julian Biskamp, Umweltpraktikant 2017 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer