Commerzbank-Umweltpraktikum

Ein ganz normaler Tag im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

06.15 Uhr: Mein Wecker klingelt das dritte Mal und unter großen Anstrengungen schaffe ich es auch endlich mich aus dem Bett zu rollen und mich fertig zu machen. Ein Morgenmensch werde ich wohl nie. Bald darauf radle ich von meiner gemütlichen Unterkunft im schönen Wieck am Darß zur Arbeit in das benachbarte Born. Josy, die FÖJlerin, ist meistens mit dabei.

07.00 Uhr: Nach einer zwanzig minütigen Radtour auf der wir kurz angehalten sind, um einige Rehe zu beobachten, rolle ich auf das Nationalparkamt Vorpommerische Boddenlandschaft zu. Die Ranger und einige Kollegen sind schon vor mir da und begrüßen mich. Langsam kennen mich hier die meisten – zumindest vom Sehen. Mittlerweile wach winke ich fröhlich zuürck.

07.00 - 08.30 Uhr: Bürozeit. Entweder habe ich das Büro noch für mich oder teile es mit unserer FÖJlerin. Meine Chefin Stephi kommt gegen 08.30 Uhr rein und setzt sich nach der Begrüßung ins benachbarte Büro. An drei Tagen in der Woche ist auch Ulrike da (die beiden teilen sich die Leitungsstelle). Alle erledigen ein paar organisatorische Dinge oder packen für einen der zahlreiche Projekttage, die hier mit den Schulen durchgeführt werden.

09.00 – 12.30 Uhr: Der Projekttag beginnt. Heute geht es um das Thema Ostsee. Mit Kindern der ersten Klasse bestimmen wir Muscheln, besprechen den Lebensraum, beobachten Vögel oder laufen barfuß über den Strand. Die kleinen Kinder lächeln mir entgegen und freuen sich den Tag nicht in der Schule verbringen zu müssen. Ich kann sie verstehen. Ich freue mich ja auch über jeden Tag, den ich draußen verbringen darf. Die Kinder bombardieren mich mit Fragen. Nachdem mir erstmals der kalte Schweiß ausgebrochen ist, atme ich erleichtert durch - ich konnte doch alle beantworten und das, obwohl ich „Sporttourismus und Erholungsmanagement“ und keine Biologie studiere. Dann geht es wieder zurück ins Büro.

12.30 -13.00 Uhr: Mittagspause. Da das Wetter endlich einmal wieder schön ist, setzen wir uns alle gemeinsam nach draußen und genießen die Ruhe.

13.00 – 15.30 Uhr: Hier sieht einfach jeder Tag anders aus. Mal setzen wir uns alle zusammen und planen neue Projekttage, mal schwinge ich mich auf mein Rad und erkunde das Gebiet und mal arbeite ich an den Führungen die hier im Sommer durchgeführt werden sollen. Eine Führung in der Nacht machen Josy und ich selbstständig.

Ab 15.30 Uhr: Freizeit. Ich gehe einfach nur wenige Meter bis zu den Boddengewässern und lege mich in meine Hängematte. Oder ich setze mich noch einmal auf das Rad und fahre bis zur Ostsee. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen bald wieder im lauten Köln zu sein.

Hanna Kramer, Umweltpraktikantin 2017 im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft