Commerzbank-Umweltpraktikum

Dienstgang Rambower Moor

Mein Name ist Viktor Klima. Ich bin nun seit Ende Juli 2017 in Rühstädt in der Region Prignitz. Hier arbeite und wohne ich als Praktikant im Besucherzentrum für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg. Neben stetigen Einsätzen und Aushilfen für andere Arbeitskollegen besteht meine Haupttätigkeit in der Erarbeitung eines Informations-Faltblattes für ein Schutzgebiet im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Das Schutzgebiet ist das Moorgebiet namens „Rambower Moor“

 

Nach meiner zweiwöchigen Recherche über das Rambower Moor hatte ich heute einen Dienstgang ins Gelände geplant. Das Ziel des Ausfluges war es den schon bestehenden zwölf Kilometer langen Rundgang, welcher als Leitlinie für das neue Information – Faltblatt  dient, zu besichtigen und die jeweiligen Stationstafeln zu kontrollieren. Der heutige Ausflug in das Moorgebiet war in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich und ich wurde trotz intensiver Recherche stellenweise dennoch überrascht. Die Strecke zum Rambower Moor beträgt ungefähr eine Stunde Autofahrt. Meine Praktikumskollegin Anna, welche hier ihren Bundesfreiwilligendienst absolviert, stellte sich netterweise als meine Chauffeurin zur Verfügung. Um acht Uhr morgens starteten wir von Rühstädt aus. Diese Zeit nutze ich gerne um mich auf den neusten Stand der Projekte von Kollegen zu bringen. Anna setzte mich in Rambow ab und meine erste Erkundung rund um das Moor konnte starten. Ausgerüstet war ich mit diversen Streckenkarten, einem Fernglas, Bestimmungslektüre, Proviant und einem Fragekatalog. Dieser Fragekatalog beinhaltete die Punkte, welche ich allein mit meiner Recherche nicht klären konnte. So prüfte ich als erstes Einkaufsmöglichkeiten, Gaststätten und Parkplätze rund um das Rambower Moor auf ihre Aktualität. Auf meinen ersten zwei Kilometer auf dem Rundweg begegnete ich einem Landwirt, welcher eine Randfläche des Moores extensiv mit Vieh bewirtschaftet. Schon vor dem ersten Wortwechsel mit ihm erkannte er mich als „den Praktikanten“. Dass ein einzelner Zeitungsartikel in der Regionalzeitung über meine Person und Tätigkeit mich zu einem bekannten Gesicht machen würde hätte ich nicht gedacht. Nun ja, reflektiert betrachtet ist die Prignitz keine allzu dicht besiedelte Region und man ist hier anscheinend immer stets über die aktuellen Neuheiten, wie mich, sehr gut informiert.

Nach einer netten Unterhaltung führte ich meinen Rundgang fort und inspizierte die einzelnen Infotafeln und das Gebiet genau. Sind die Informationen aktuell und passend zur Lokalität? In welchem Zustand sind die Infotafeln und die dazugehörige Weginfrastruktur? Welche der typischen Flora und Fauna ist für einen Besucher ersichtlich? Diese und viele weitere Fragen konnte ich mit meinem heutigen Dienstgang beantworten. Zufrieden mit meiner bisherigen Arbeit und sieben marschierten Kilometern nahm ich mein Mittagsmahl (geräucherter Aal aus der Elbe mit einer Butterstulle) bei einem Panoramablick auf die Mooridylle ein. Während meiner Mahlzeit lauschte ich den Geräuschen des Moors: das Meckern der Bekassinen, das Trompeten der Kraniche und das Quaken der Gras- und Moorfrösche. So erlebte ich heute einen weiteren schönen Aspekt, welchen man bei der Arbeit in der Natur genießen darf: „das Dinieren an der frischen Luft“. Mit dieser Stärkung erledigte ich die restliche Strecke im Nu und schon war ich wieder am Anfangspunkt des Rundganges angelangt. Mit schweren Beinen und einem Haufen Notizen machte ich mich mit meiner „Bufdi“ (Bundesfreiwilligendienst) Kollegin um 16 Uhr auf den Heimweg. Wieder im Büro angekommen sortierte und dokumentierte ich alle meine Antworten und Notizen vom Fragekatalog. Dieser erste Dienstgang ins Freie brachte mir mindestens genauso viele Antworten, wie neue Fragen. Diese würde ich wiederum durch erneute Recherche in den kommenden Tagen klären. Ich denke, dies nennt man einen klassischen Arbeitskreislauf in dieser Branche. Mit dieser Erkenntnis machte ich um Punkt 18 Uhr Feierabend und so ging ein weiterer schöner Praktikumstag zu Ende.

 

Viktor Klima, Umweltpraktikant 2017 im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg