Commerzbank-Umweltpraktikum

Das Junior Ranger-Zelten

Es war kein Morgen wie sonst. Ich war etwas nervös und bin extra früh aufgestanden, um sicher zu gehen, alles beisammen zu haben. Denn heute stand das Junior Ranger-Zelten an! Dieses Zelten war das Highlight bei den Kindern und auch für die Betreuer Maria und Stefan. Nach monatelanger Planung konnte endlich gepackt werden. Für mich war es wahnsinnig spannend und ich war sehr froh, dass ich mitfahren durfte.

Das Zelten sollte im Westerwald im Eichsfeld stattfinden, dort gab es einen vom Naturpark gepflegten Platz namens „Küllstedter Grund“. Neben einer kleinen offenen Hütte waren dort auch eine Biwak-Station, eine Feuerstelle und ein Plumpsklo.

Nachdem wir am Vortag bereits alles zusammen gesucht hatten, dauerte es nicht lange und wir konnten losfahren. Der Treffpunkt in einem Dorf nahe dem Wald wurde schnell erreicht und ich stellte mich nach der Begrüßung den Kindern und Jugendlichen vor, da die Junior Ranger mich noch nicht kannten. Die Sachen der Kinder wurden in unseren Autos verstaut und Maria und ich fuhren schon einmal hinunter. Stefan ist mit den Kindern gewandert.

Unten angekommen fing es plötzlich an zu regnen. Und es war kein leichter Nieselregen. Nein, es goss aus Kübeln. Als auch die Kinder ankamen bauten wir in den kurzen Regenpausen Pavillons und die Zelte der Kinder auf.

Wir schafften es schließlich die zwei Pavillons regensicher zu verbinden und durch genügend Bierzeltgarnituren wurde es richtig gemütlich. Bei prasselndem Regen hörten wir spannende Sagen der Region, die Stefan vorlas. Die Stimmung war so entspannend, dass wir fast nicht mitbekamen, dass der Regen aufhörte. Doch ein Kind rief plötzlich die frohe Botschaft und alle stürzten ins Freie. Ich war auch sehr froh, denn zum Programm gehörte auch eine kleine Wanderung zu den Bienenstöcken eines Imkers aus einem umliegenden Dorf. So machten wir uns auf. Doch kaum waren wir einige Meter unterwegs fing es wieder an zu regnen. Aber nicht allzu stark, sodass wir beschlossen im Regen weiter zu gehen. Zu meinem Erstaunen hat keines der Kinder sich wegen des Wetters beschwert oder gesagt es wolle nach Hause.  Im Gegenteil, sie spielten in Pfützen und hatten Spaß am „Baumtelefon“.

So kamen wir zwar etwas durchnässt aber fröhlich bei den Bienenstöcken an, wo wir bereits vom Imker Michael erwartet wurden.  Die Junior Ranger hörten aufmerksam dem Imker zu, als er alles wichtige über Bienen erzählte. Als dann auch noch eine Wabe mit Bienen rumgezeigt wurde, waren alle sichtlich begeistert. Während der Wanderung zurück haben wir alle die Natur des Waldes genossen. Auch die Kinder fragten öfter nach, wieso der Baum nun so aussähe oder warum Totholz denn so wichtig sei. Mir machte diese spontane Umweltbildung sehr viel Spaß.

Wieder im Zeltlager angekommen ging es ans Zubereiten des Abendessens. Allen knurrte der Magen. Ein Teil der Gruppe wurde zum Küchendienst verdonnert und musste das Gemüse scheiden (es sollte Chili con Carne geben) und der andere Teil war für das Feuer zuständig. Das Feuermachen war gar nicht so einfach, denn auch das Holz war etwas nass geworden. Am Ende prasselte ein Feuer wie aus dem Bilderbuch. Als dann das Chili con Carne im Kessel über dem offenen Feuer vor sich hin kochte, waren alle sehr zufrieden. Auch die Regenwolken haben sich verzogen und es blieb den ganzen Abend über trocken.

Nach dem Essen machten es sich alle um das Feuer gemütlich, bis auf die jüngeren unter den Junior Rangern, die sich lieber mit Stöckern bekämpften oder Fangen spielten. Gegen Mitternacht sind dann auch wir Betreuer in unsere Schlafsäcke geschlüpft und etwas erschöpft eingeschlafen.

Am nächsten Morgen gab es dann erst einmal Frühstück im Freien, die Sonne strahlte auch schon über den Baumwipfeln auf die Lichtung. Jetzt fand noch eine tolle Wald-Rallye statt, bei denen per GPS-Gerät Punkte gefunden werden mussten. An den Punkten waren Zettel versteckt auf denen eine Frage zum Naturpark und die nächsten GPS-Daten standen.  

Mir hat diese Aktion sehr viel Spaß gemacht. Besonders schön fand ich, dass trotz des Regens die Kinder den Spaß an der Natur nicht verloren haben. Im Nachhinein muss ich sagen, dass gerade die nicht geplante Situation durch das „schlechte Wetter“ die Aktion erst zu einem richtigen Abenteuer für die Kinder wurde. 

 

Maren Weitemeyer, Umweltpraktikantin 2017 im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal