Commerzbank-Umweltpraktikum

Mitten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Mich zieht es ans Meer. Ich wollte schon immer mal auf einer Insel leben. Deshalb war für mich schnell klar: mein Praxissemester möchte ich am Meer verbringen – im besten Fall auf einer Insel. Und nun lebe ich hier auf Spiekeroog und arbeite seit 7 Wochen im Nationalpark-Haus Wittbülten mitten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Zusammen mit den FÖJlern Finja und Nina wohne ich in einer WG direkt auf dem Gelände des Hermann-Lietz-Internats – Deutschland einziges Inselinternat. Unser Arbeitstag startet mit einem gemeinsamen Frühstück zusammen mit den Internatsschülern. Danach geht’s ins Büro. Kurze Besprechung mit Swaantje, der Nationalpark-Haus Leiterin, und Carsten, dem Umweltpädagogen und Forschungskoordinator und natürlich Nina und Finja. Während der Besprechung ruft Willi Jacobs an, der mit seinem Fischkutter Schaufänge für Touristen anbietet. Er hat bei seinem letzten Schaufang einen kleinen Knurrhahn dabei gehabt und fragt, ob wir ihn für unsere Aquarien brauchen. Natürlich! Deshalb sitzen wir kurz darauf auf den Fahrrädern auf dem Weg zum Hafen. Im Wittbülten setzen wir den kleinen Knurrhahn in ein Hälterungsbecken und füttern ihn mit gepulten Garnelen.

Danach empfange ich eine Schulklasse im Nationalpark-Haus zu einer Ausstellungsführung. Ich erzähle etwas über Spiekeroog, zeige den Kindern unsere Aquarien und natürlich auch unseren Hummer Larry und erzähle alles über das große Pottwalskelett. Nach der Führung ist es auch schon Zeit fürs Mittagessen. Auf dem Weg dorthin denke ich über die Fragen nach, welche mir die Kinder gestellt haben. Die erste Frage hat mich besonders zum Lächeln gebracht: ist das da oben ein Dinosaurier? Wenn ja, was für einer?  Was für eine Flüssigkeit ist in einem Seestern? Kann der Hummer mit seinen Scheren meine ganze Hand abkneifen? Die Führung hat mir wieder richtig viel Spaß gemacht, die Kinder waren interessiert und begeistert.

Nach dem Mittagessen gehen Nina und ich ins Aquarium. Wir bereiten das Füttern vor: dazu lassen wir ein großes Stück Seelachs auftauen und mischen Cyclops (Ruderfußkrebse) mit Nauplien (kleine Larven von Krebstieren), tauen kleine Stückchen Mysis, das sind kleine Schwebegarnelen, auf und pulen für unsere Seeanemonen und Katzenhaie Garnelen. Die Fütterung unseres Hummers Larry ist mein persönliches Highlight. Mit einer Zange, an der am Ende ein dickes Stück Fisch hängt, locke ich ihn aus seiner Holzkiste und füttere ihn vor der Scheibe. Durch die Scheibe höre ich die Begeisterung der Kinder, aber auch einige Erwachsene sind erstaunt!

Jetzt ist der Sommer schon fast vorbei, es wird ein wenig ruhiger und trotzdem freue ich mich auf den Herbst und auf meine restliche Zeit hier auf Spiekeroog! 

Sophie Lehmann, Umweltpraktikantin 2017 im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer auf Spiekeroog